Der frühere Bundesaußenminister findet, Trump hat den Iran-Krieg „nicht zu Ende gedacht“ und prophezeit das Ende des Westens. Als Sieger aus der aktuellen Lage gehe ein anderes Land hervor.
Düsseldorf. Joschka Fischer darf man als Zeitzeugen bundesrepublikanischer Geschichte betrachten. Der 77-Jährige war die prägende Figur der Grünen in ihren Anfangsjahren, er diente sieben Jahre als Außenminister in der ersten rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder, er galt als einer der besten Redner des politischen Berlins.
Legendär war sein Auftritt im Bundestag 1984: „Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch“, sagte er zum damaligen Bundestagspräsidenten Richard Stücklen und wurde des Saales verwiesen.
Kaum ein prominenter Politiker der jüngeren deutschen Geschichte hat solche Verwandlungen durchlaufen, teilweise durchlitten – vom kompromisslosen Revoluzzer zum geachteten Vertreter des Establishments, vom radikalen Systemgegner zum angefeindeten Realo, schließlich vom kapitalismuskritischen Überzeugungstäter und dezidierten Nato-Verächter zum überzeugten Transatlantiker.


